Wann sollte man generative KI beiseiteschieben?

30.07.2026 – Seit dem Aufkommen generativer künstlicher Intelligenz stehen Autor:innen und andere Urheber:innen vor der Frage, ob und wie sie KI-Werkzeuge einsetzen sollen. Es geht hier nicht um das Recherchieren, Denken und Chatten mit KI, sondern nur um den Akt des Schreibens als Autor:in. Aus den Problemen und Erfahrungen mit KI resultieren sieben Empfehlungen dazu, wann auf KI verzichtet werden sollte.

Wann stört generative KI? Betrachtet man die Probleme und Konflikte im kreativen Schaffen, dann stehen die folgenden Situationen im Vordergrund – mit dem Urheberrecht als Pointe.

1. Subjektivität. KI ist kein Autor und kein Absender. Wer von eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und Erkenntnissen schreibt, sollte menschlich schreiben. Maschinengeruch stört die Authentizität.

2. Beziehungen. KI nährt nicht, was zwischen Menschen passiert. Wer die Verbindung zum Adressaten oder Publikum sucht und stärken will, sollte die eigene Wärme einfliessen lassen. Statistische Sprachintelligenz lässt die eigenen Botschaften erkalten.

3. Sprach- oder Bildkunst. Noch mächtiger und langlebiger als KI ist die menschliche Sprache mit ihren unendlichen Möglichkeiten. Wer sprachliche Individualität will und kann, schiebt KI zurecht beiseite.

4. Leistungsnachweis. Soll der Text auch zeigen: Ich kann das!, dann ist KI ein trügerisches Werkzeug. Denn nun lässt sich am Output nicht mehr erkennen, was vom Menschen und was von der Maschine stammt. Soll eine Fähigkeit beurteilt werden, ist KI fehl am Platz.

5. Nachhaltigkeit. Sprachkompetenz geht durch blosse Evaluation und Selektion früher oder später verloren – bei Einzelnen wie in Teams. Sprachschwache Autoren können mit KI kompensieren, werden aber von allen eingeholt, die KI können, und von jenen überholt, die es auch ohne KI können.

6. Shortcuts vermeiden. Wer mit KI beginnt, wird immer mehr KI einsetzen – weil es so bequem ist. Kontrolle und Verantwortung – im Journalismus: Haltung – genügen nicht. Will man alle KI-Vorschläge nachvollziehen und verantworten, schmelzen Effizienz- und Qualitätsgewinn rasch dahin.

7. Urheberrecht. Menschliche Kreativität führt nur dann zu einem geschützten Objekt, wenn Autorschaft über Ausdruck, Auswahl und Anordnung besteht. Textprofis und Publizierende werden sich hüten, auf das © zu verzichten.

Die Vorsichtsmerkmale 1 bis 6 betreffen das Vertrauen und die Verantwortung von professionellen Autor:innen und Organisationen. Sie haben keine direkte rechtliche Bedeutung. Hinweis Nummer 7 aber geht ans Eingemachte: Ist man noch im Geschäft? Wer das Urheberrecht beim Einsatz von KI vernachlässigt, publiziert keine Vermögenswerte mehr.